Scheingenauigkeit im Wasserfall (1021)

Um was geht’s?

Der klassische Projektplanungsansatz (gerne auch “Wasserfall” genannt) birgt u.a. einen sehr großen Nachteil, der sich als überaus teuer erweisen kann. Der klassische Ansatz hat seine Berechtigung – aber nicht bei jedem Projekttyp.



Kurze Erinnerungshilfe
  • Klassischer Projektplanungsansatz (Wasserfall)
    • Aufeinander abfolgende Phasen
    • Nutzen stellt sich erst zum Schluss ein, wenn auch Zeit und Geld aufgebraucht sind.
    • Stellt sich zum Schluss heraus, dass das Ergebnis unbrauchbar ist, ist es bereits zu spät.
  • Alternative
    • Motto “Fail early, fail cheap.“
    • Je früher wir Probleme erkennen, desto billiger wird das vorzeitige Ende

Und in der Praxis?

Das genannte Problem wurde lange nicht thematisiert. Wenn man weiß, wie das Produkt am Ende aussieht (mit überschaubaren Unsicherheiten) und welchen Nutzen es entfaltet, ist ein Wasserfall-Ansatz noch immer der effektivste Weg zum Ziel. Ich will für meine neue Familie ein neues Haus bauen. Der Nutzen liegt auf der Hand, das Haus wird von einem Projektmanager erstellt (aka Architekt). Wer schon gebaut hat, weiß, dass es auch in diesem Setting genug Unsicherheiten gibt, aber wahrscheinlich keine, die am Ende die komplette Nutzenbetrachtung in Frage stellen.

Anders in Projektumgebungen, die eher komplex einzustufen sind. Wo Wechselwirkungen entstehen oder sich erst zeigen, wenn Projektfortschritt gemacht wurde. Der Kunde (egal ob intern/extern) kann sich eigentlich noch gar kein richtiges Bild vom Endprodukt machen, da zu Beginn vielleicht nur eine vage Vorstellung existiert. Und der Weg dorthin ist völlig unklar bzw. muss sich u.U. erst entwickeln. Software oder generell “Man/Machine-Interfaces” fallen unter diese Kategorie.


Reflexionsfragen
  • Kennen Sie (gescheiterte?) Projekte, die zwar gut durchgelaufen sind, aber am Ende für den Kunden enttäuschend waren?
  • Was will der Kunde letztlich? Ein gutes Produkt? Ein gutes Projekt? Beides?
  • Kann man mit einem guten Produkt und einem schlechten Projekt noch was anfangen?
  • Wie sieht es umgekehrt aus?

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